Vintage Design aus Skandinavien

20. April, 2012  |  Aktuelle Auktion, Designklassiker  |  Share

Hvidt & Molgaard – Boomerang Chair

Mein absolut liebstes vintage Design Möbel von Hvidt & Molgaard (eigentlich Mølgaard) ist der Boomerang Chair von 1956, manchmal bezeichnet als Modell FD-134. Er ist unglaublich elegant und zeitlos in seiner Formsprache und gleichzeitig bequem und alltagstauglich. Armlehnen und Gestell sind aus Teak, Beine aus Messing. Sollten die Polster nicht mehr gut sein, ist es wirklich kein Problem ihn neu polstern zu lassen – man kann auch ruhigen Gewissens einen komplett ohne Sitzkissen kaufen und sich welche anfertigen lassen.

Der Boomerang Chair ist ein hervorragendes Beispiel für zeitloses 50er Jahre vintage Design, das wieder im kommen ist, handwerklich toll gemacht und typisch für dänisches Design.

Dieser vintage Design Klassiker aktuell in der Auktion bei Lauritz

Nicht verwirren lassen, wenn es zum Hersteller unterschiedliche Angaben gibt. Produziert wurde er bei France & Daverkosen, die später in France & Son umbenannt wurden (und wiederum schließlich 1964 an Poul Cadovius verkauft und in Cado umbenannt).

Der Boomerang Chair st auch ein hervorragendes Beispiel wenn man mal über die Wertsteigerung von vintage Design nachdenkt, bzw. dazu recherchiert. So vor ca. 10 Jahren wurde Hvidt & Molgaard noch als eine der kleinen, ganz nett aber unbedeutenden Designer betrachtet. Damals hat man so einen Boomerang Chair für unter 500 € bekommen. Die Zeiten sind leider vorbei und so liegt er heute im Schnitt bei um die 1000 € das Stück j nach Zustand.

Über Hvidt & Molgaard

Peter Hvidt (1916-1986) und Orla Molgaard-Nielsen (1907-1993) gründeten 1944 gemeinsam das Designbüro Hvidt & Molgaard, dass sie gemeinsam bis 1975 betrieben. Ab 1970 kam noch Hans Kristensen zum Architekturbüro hinzu, der ab 1983 zusammen mit Peter Holsøe und Henrik Hvidt (Sohn von Peter Hvidt) das Designbüro leitete, bis es letztendlich 2009 in zwei selbständige Unternehmen: Holsøe Arkitekter & Hvidt Arkitekter aufgeteilt wurde.

Während Peter Hvidt an der dänischen Kunsthandwerksschule ausgebildet wurde, machte Orla Molgaard-Nielsen ursprünglich eine Ausbildung zum Tischler, die später durch ein Architektur Studium ergänzt wurde. Neben diversen Möbeln, die von unterschiedlichen Produzenten vertrieben wurden, entwarfen sie auch verschiedene Lampenmodelle für Le Klint. Aber auch bekannte Architektonische Bauten zeugen von ihrem können. Wer zum Beispiel mal mit dem Auto nach Fynen fährt, kommt dabei über den kleinen Belt und kann sich hier mal die Brücke (Lillebæltsbroen) ansehen – eines der bekanntesten Bauwerke von 1970 des Duos.

Andere Entwürfe

Zwei der bekanntesten Möbelentwürfe von Hvidt & Molgaard waren die „Portex“ Möbelserie von 1945 und danach die „Ax“  Serie von 1950, inspiriert von den Entwürfen von Charles & Ray Eames. Beide Serien basierten auf eine industrielle Produktion und waren von Anfang an für den Export konzipiert, indem sie platzsparend konstruiert wurden und so mit nur minimalem Verpackungs- und Transportaufwand ins Ausland verkauft werden konnten.

Der Armlehnstuhl „Portex“ wurde zuerst als ” Portex Stacking Chair ” von der Firma Portex in Dänemark in Teak hergestellt. Ab den 50er Jahren dann sowohl von Fritz Hansen (Dänemark), als auch von Thonet (Österreich).

Der Ax Chair wurde zum Symbol der Karriere von Hvidt & Molgaard. Der Stuhl war einer der ersten dänischen Entwürfe, die mittels modernster Methoden produziert werden konnten. Sitzfläche und Rücken waren aus geformten Schichtholz entworfen und der gesamte Stuhl konnte zerlegt werden. Mit Hilfe von Fritz Hansens modernen Produktionsverfahren wurde er massentauglich, ohne auf Qualität verzichten zu müssen. Für den Ax Chair erhielten Hvidt & Molgaard Auszeichnungen bei der Triennale in Mailand 1951 und 1954, sowie den ‘Good Design’ Award in New York 1951. Den Ax Chair findet man in verschiedenen Varianten. Mit und ohne Armlehnen und auch mit Lederpolsterung statt Schichtholz im Sitz- und Rückenteil.


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